Aufbruch ins elektronische Zeitalter   

117. Generalversammlung des Katholischen Pressevereins Olten

Der Katholische Presseverein Olten hat sich auch im vergangenen Jahr bemüht, durch die Medien auf katholische Anschauungen und Interessen aufmerksam zu machen. Simon Spengler (Freiburg) stellte eine Broschüre mit Verhaltenregeln für den Umgang mit Medien vor. Nach ihm steht die katholische Kirche vor der Herausforderung, ihre Kommunikation auf elektronische Kanäle zu verlagern.

Wie Christoph Fink als Präsident des Katholischen Pressevereins Olten (KPO) ausführte, gelingt es weiterhin, katholisches Gedankengut insbesondere durch die Tagespresse in unserer Region zu verbreiten. Dabei gehe es heutzutage nicht nur um spezifisch katholische Anliegen. Wichtig sei, dass Themen wie christliche Religion und Weltanschauung überhaupt noch in der Öffentlichkeit ihren Platz hätten und dass ihr Potential zur persönlichen und gesellschaftlichen Lebensgestaltung wahrgenommen und geschätzt würde. Damit trage man auch dazu bei, die christliche Identität unseres Landes zu erhalten.

Der aus Deutschland stammende Theologe und Journalist Simon Spengler führt seit rund zwei Jahren das Sekretariat für Kommunikation und Medien der Schweizer Bischofskonferenz. Als früherer Journalist beim «Blick» und «Sonntags-Blick» ist er mit der Schweizer Medienszene bestens vertraut. Gerade in den letzten Jahren habe die katholische Kirche nicht nur für gute Schlagzeilen gesorgt. Darum haben Spengler und andere Medienprofis eine Broschüre geschrieben, welche den Kirchenprofis mehr Gewandtheit im Umgang mit den Medien geben sollen. Diese sorgfältig verfasste Schrift stiess bei der gut besuchten Generalversammlung auf ein gutes Echo.

Simon Spengler zeigte mit eindrücklichen Zahlen, welche riesige Verbreitung die elektronischen Medien in der ganzen Welt erreicht haben.  Insbesondere die junge Generation – «digital natives» –  ist fast nur noch über «social media» erreichbar. Somit ergebe sich für die katholische Kirche zwingend der Auftrag, dieser «Kulturrevolution» in geeigneter Weise zu folgen. Trotz dieses Aufbruchs ins digitale Zeitalter werde das Christentum aber in seinem Wesen eine Buchreligion bleiben. Die Kirche werde – wie kommerzielle Medienhäuser – auf eine crossmediale Strategie setzen und für Redaktionen Newsrooms schaffen müssen. Die bisherige starke Verzettelung auf Printmedien (wo auch sehr gute Produkte mit sinkenden Auflagen zu kämpfen hätten) werde nicht zu halten sein. Digitale Medien hätten jedoch auch ihre Gefahren, da man als Nutzer keine sichere Verfügung über seine Daten habe und die Plattformen keiner demokratischen Kontrolle unterstellt seien.

 

Auf grosses Interesse stiess auch dieses Jahr der Oltner Buchhändler Christian Meyer, der neu erschienene Bücher vorstellte.