Katholische Themen in die Medien einbringen als Herausforderung   

115. Generalversammlung des Katholischen Pressevereins Olten

Die Förderung katholischer und christlicher Themen in der Presse und andern Medien bildete auch im vergangenen Jahr das Hauptanliegen des Katholischen Pressevereins Olten. In einem Referat stellte Melchior Etlin (Freiburg) Eckpunkte katholischer Medienarbeit auf gesamtschweizerischer Ebene dar. 

Der Katholische Presseverein Olten, so sein Präsident Christoph Fink, habe auch im vergangenen Jahr einige erfolgreiche Aktivitäten entfaltet. Mit der Seite «Religion und Gesellschaft», welche jeden Samstag im «Oltner Tagblatt» erscheint, gelinge es einige Hintergrundinformationen aus diesem weitläufigen Bereich an eine breite Leserschaft heranzutragen. Dass solche Themen den Nerv vieler Menschen berühren können und einer  sachlichen Auseinandersetzung bedürfen, habe die Abstimmung über die Minarettsverbotinitiative im vergangenen Jahr deutlich gezeigt. Der KPO veranstaltete auch einen gut besuchten Vortrag über die aus dem Aargau stammende heilige Maria Bernarda Bütler und unterstützte zwei kleinere Schriften: «Lebensfarben» von P. Hanspeter Betschart und «Die gütigen Schwestern» von Dr. iur. Adolf Kellerhals senior.  

Christoph Fink erinnerte daran, dass die Presse- und Medienfreiheit in vielen Ländern der Erde gerade für die katholische Kirche eingeschränkt sei (der aktuelle Streit der Internetsuchmaschine Google mit China betreffe auch diesen Bereich). Sehr bedauerlich seien auch die in jüngster Zeit publik gewordenen Fälle von sexuellen Übergriffen auf Jugendliche, welche zu betrüblichen Nachrichten über die katholische Kirche geführt hätten.   Im Ausblick auf das laufende Jahr machte der KPO-Präsident auf einen Vortrag am 29. Juni aufmerksam: Dr. phil. Urs Amacher (Olten) wird über die Geschichte des Baus der römisch-katholischen St. Martinskirche Olten sprechen, deren hundertjähriges Bestehen dieses Jahr gefeiert wird. 

Alle bisherigen Chargierten stellten sich erfreulicherweise für eine weitere Amtsdauer zur Verfügung: Christoph Fink (Präsident), Thomas Laube (Vizepräsident), Balthasar Schmuckli (Aktuar), Marcel W. Wyss (Kassier) sowie P. Hanspeter Betschart, Ida Kupferschmid, Peter Felber und Anton Strähl; Leo Baumgartner und Rudolf Rippstein bleiben Revisoren. Trotz dieses erfreulichen langjährigen Engagements, welches für einen guten Vereinsgeist zeuge, werde der Vorstand, so der Vereinspräsident, auf absehbare Zeit neue Kräfte für die  Vereinsführung suchen müssen.  

Melchior Etlin ist seit zwei Jahren hauptamtlicher Sekretär des Schweizerischen Katholischen Pressevereins in Freiburg. Er stellte dessen Aktivitäten vor, die sich heute auch auf elektronische Medien erstrecken. Das von Etlin geleitete Pressesekretariat unterstützt vor allem die zweisprachige Katholische Internationale Presseagentur (KIPA), die in Freiburg und Zürich Redaktionen unterhält. Dort werden die vielen Nachrichten aus der katholischen Welt gesichtet und in täglich oder wöchentlich erscheinende Bulletins umgearbeitet. Eine besondere Bedeutung hat der französische Dienst: Da es keine vergleichbare katholische Nachrichtenagentur französischer Sprache gibt, werden seine Berichte in vielen frankophonen Länder der Erde genutzt. Federführend ist Etlins Pressesekretariat auch beim «Mediensonntag»: An diesem Sonntag (jeweils im Mai) gedenkt die Katholische Kirche der Medien, die für die Verbreitung ihrer Botschaft seit jeher eine grosse Bedeutung haben und bittet um finanzielle Unterstützung. Die katholische Schweiz ist, so Etlin, gekennzeichnet von zahlreichen Organisationen, die Angebote in gedruckter oder elektronischer Form herausgeben. Zudem unterhalten viele kirchliche oder staatskirchenrechtliche Behörden sowie einige Hilfswerke hauptamtliche Informationsstellen. Die kirchliche Medienarbeit sei jedoch in der Schweiz trotzdem mangelhaft und schlecht koordiniert. Vor allem brauche es – so auch das Motto des diesjährigen Mediensonntags – mehr Platz für die Gute Nachricht. cfo