Kunst in St. Marien Olten   

 

  

Auf dem rechten Aareufer findet sich in Olten die Pfarrei und Kirche St. Marien. Zu ihr gehören auch die Katholiken von Starrkirch-Wil. Die 1953 geweihte Kirche ist reich an – immer noch – modern wirkender Kunst. Sie hat es verdient, besser bekannt gemacht zu werden: Die Kirche ist 2008 einer umfassenden Innenrenovation unterzogen worden, sodass die Farben wieder frisch wirken.

  

Wenn wir uns dem Eingang zur Kirche nähern, treffen wir auf eine moderne Version von Madonna mit dem Kind

  

Beidseits der Kirchentüren wird wiederum der Gottesmutter Maria die Reverenz erwiesen: Auf der linken Seite wird Maria als die heilige Gebärende des Königs, der Himmel und Erde in alle Ewigkeit beherrscht, begrüsst.

 

Auf der rechten Seite hingegen stehen die Anfangssätze des Magnificats, wie sie der Evangelist Lukas uns aufgeschrieben hat:  Hoch preiset meine Seele den Herrn...

 

Betreten wir die Kirche, so werden wir – dort wo die Kirchenbänke beginnen – mit dem trübsten «Kapitel» unserer Religion konfrontiert: Dem Leiden und Sterben Christi.Die durchaus traditionellen Themen erscheinen hier aber in ungewohnter und moderner Aufmachung. Jedes Bild erinnert an eines der bekannten Stichworte der Passion Christi.

 

«Sie werden das Los über mein Gewand werfen» kommt einem beim Anblick der Würfel in den Sinn. Eindrücklich sind auch die Werkzeuge, die es braucht, um jemanden ans Kreuz zu nageln oder zu heften (cruci-fixus)

 

Im mittleren Drittel der Kirche herrscht eine ganz andere Stimmung: Wiederum steht Maria im Mittelpunkt: Der Engel des Herrn (Angelus domini) brachte Maria die Botschaft. Und Maria empfing vom Heiligen Geist. Es ist also die Darstellung von Mariä Verkündigung.

 

Dem obigen Bild gegenüber findet sich die Szene von Mariä Lichtmess – Darstellung der Herrn im Tempel. Dies ist auch das eigentliche Titularfest der Pfarrei St. Marien (das zwar heute an Mariä Himmelfahrt gefeiert wird). «Nun lässt Du Herr Deinen Knecht in Frieden ziehen. Denn er hat geschaut das Heil Israels» sagt der greise Simeon nach Lukas.

 

Nun blicken wir in den Chor: Auf der linken Seite findet sich ein Mann vor einem Feuer: Es ist Abel. Er scheint Schafe zu verbrennen. Das Opfer ist dem Herrn wohlgefällig, wie die von oben kommenden Hände symbolisieren.

 

Entsprechend findet sich auch auf der rechten Seite eine weit ins Alte Testament zurück reichende Darstellung. Vor seinem Zelt steht Abraham. Er hat drei Männer gastfreundlich aufgenommen. Beim Abschied erkennt er, dass der Herr bei ihm eingekehrt war.

 

Das Hauptbild im Chor bildet ein grossartiges «Finale»:  Die Tafelrunde erinnert nicht etwa an das Letzte Abendmahl, sondern an das Himmlische Hochzeitsmahl, zu dem wir alle einmal eingeladen werden. Christus ruft uns alle zusammen, über ihm thront der Vater (umgeben von Engeln), der an seinem Sohn offensichtlich ein Wohlgefallen hat.

 

Beim Verlassen der Kirche finden wir, an der Wand des Pfarreisaales, ein spielendes (Jesus-)Kind, in Eintracht mit Tieren (und der Schöpfung)